DIE 6 GRÖSSTEN MYTHEN RUND UM DEN MUSKELKATER

Bestimmt hast auch du es beim Sport schon einmal mächtig übertrieben. Die unangenehme Folge: Muskelkater. Doch wie entsteht er überhaupt und was kann man am besten gegen ihn tun? Du glaubst, du kennst die Antworten? Wir beweisen dir, dass das garantiert nicht so ist!

Mythos 1: Muskelkater entsteht durch Übersäuerung der Muskelfasern

Lange wurde angenommen, eine Übersäuerung des Muskels durch Laktat-Ablagerungen sei für Muskelkater verantwortlich. Das stimmt aber nicht. Natürlich produzieren deine Muskeln während des Trainings temporär auch Milchsäure und zu viel davon verursacht Schmerzen – allerdings nur solange der Muskel belastet wird. Der richtige Muskelkater wird verursacht durch  mikroskopisch kleine Risse im Muskelgewebe, die durch Überbewegung entstehen. Es kommt zu Entzündungen und Wassereinlagerungen, sogenannten Ödemen, in den Fasern. Die Muskeln schwellen schmerzhaft an.

Mythos 2: Muskelkater beweist, dass du effektiv trainiert hast

In der Regel erhältst du die Quittung für ein zu heftiges Workout nach 12-18 Stunden und die Beschwerden klingen erst nach spätestens drei Tagen wieder ab. Doch das ist noch lange kein Beweis für ein effektives Training. Im Gegenteil: Muskelkater macht dein Training ineffizient, weil die notwendige Regeneration deiner Muskelfasern viel mehr Zeit in Anspruch nimmt als eine herkömmliche Trainingspause. Zwar gehen manche Forscher tatsächlich davon aus, dass mäßiger Muskelkater zu schnellerem Muskelwachstum führt, da durch die Reparatur der feinen Muskelrisse die Zahl der Muskelfasern zunimmt, beweiskräftige Studien dazu gibt es aber noch nicht.

Mythos 3: Geübte Sportler bekommen keinen Muskelkater

Das ist nur zum Teil richtig: Solange Sportler regelmäßig mit denselben Übungen trainieren, bekommen sie eigentlich keinen Muskelkater. Dieser entsteht erst dann, wenn von den gewohnten Bewegungsmustern abgewichen wird, um andere Muskelpartien anzusprechen. Auch das Training nach einer längeren Pause oder der Wechsel des Trainingsprogramms kann die Muskelfasern unter besonders hohe Spannungen stellen. Genau diese fehlende Koordination ist auch ein Hauptgrund dafür, weshalb Trainingseinsteiger besonders anfällig für Muskelkater sind.

Mythos 4: Dehnen beugt Muskelkater vor

Leider trägt das Dehnen vor dem Training nicht dazu bei, Muskelkater zu verhindern. Auch im Anschluss an ein hartes Workout bietet es keinen Schutz oder kompensiert angerichtete Schäden. Im Gegenteil, es kann den Zustand sogar noch verschlimmern. Der Grund: Das Dehnen zerrt weiter an den bereits überstrapazierten Muskelfasern und belastet diese zusätzlich. Vorbeugen kannst du am besten mit einem vernünftigen Workout und der passenden Trainingsintensität. Natürlich ist es nicht immer einfach, genau den richtigen Reiz zu setzen. Da hilft nur: langsam rantasten.

Mythos 5: Man kann auch mit Muskelkater problemlos weiter trainieren

Jein! Muskelkater bedeutet immer eine Verletzung. Das heißt, dass die betroffenen Muskelpartien unbedingt so lange geschont werden müssen, bis du sie wieder schmerzfrei bewegen kannst. Andernfalls riskierst du ernsthafte Verletzungen wie Muskelfaserrisse oder einen verzögerten Heilungsprozess. Wenn du es gar nicht ohne Sport aushältst, stelle deinen Trainingsplan so um, dass der Schwerpunkt auf anderen Muskeln liegt. Jedoch gilt auch hier: Hohe Belastungen sind tabu. Ein leichtes, moderates Training hingegen kann deine Krafterholung sogar beschleunigen.

Mythos 6: Massagen lindern Muskelkater

Wer glaubt, seinen schmerzenden Muskeln mit einer entspannenden Massage etwas Gutes zu tun, sollte lieber die Finger davon lassen. Der Grund: Bei einer klassischen Massage wird das Gewebe gedehnt, um den Fluss von Nährstoffen und Abfallprodukten zu verbessern. Hast du jedoch Muskelkater, sind die Fasern bereits strapaziert und können durch zusätzliches Handanlegen sogar noch mehr geschädigt werden. Das verschlechtert die Chancen auf Heilung immens und zögert den Regenerationsprozess sowie das Abklingen der Symptome nur noch weiter hinaus.

Fazit: Was wirklich hilft

Alles in allem heißt die oberste Regel: Übermut tut selten gut. Denn er bringt dir nichts weiter ein als ein paar schmerzvolle Tage auf der Ersatzbank. Um deinen Körper nicht ständig an seine Belastungsgrenze zu führen, ist es wichtig, dass du dich langsam an die für dich optimale Trainingsintensität herantastest. Hierzu eignen sich unsere CYBEROBICS® Kurse bestens. Sie bieten für jedes Trainingslevel das passende Workout. So kannst du Muskelkater langfristig besser vorbeugen, ihn jedoch nicht immer hundertprozentig verhindern. Ist er erst da, wirst du warten müssen, bis er von allein wieder verschwindet. Etwas Linderung kann Wärme schaffen – z.B. in Form eines Saunabesuchs – weil Ödeme in den Muskeln dadurch schneller abgebaut werden können.